Europäischen Fernwanderweg E1

Teiletappen 5.1 und 5.2 von Bredelar nach Willingen (38 km)
(26.-28.09.2014)

Topografische Karten:
1:50000: Naturpark Diemelsee (zur Zeit vergriffen)
Wegebeschreibung: Kompass Wanderführer "Europäischer Fernwanderweg E1"
GPS-Track: gpx


1. Teilstück: Bredelar - Adorf (12 km)

Bredelaer BergbauspurenMit einer langen Zugfahrt haben wir unsere Wanderung begonnen. Um kurz vor 12 kamen wir in Bredelar, einem kleinen Bahnhof nicht weit von Marsberg, an. Leider war kein Taxi verfügbar, so dass wir die erste Etappe mit vollen Gepäck erledigen mussten. Das war aber nicht so tragisch, weil die Höhenunterschiede nicht sonderlich ausgeprägt waren. Um zum eigentlichen E1 zu gelangen, sind wir eine selbst gewählte Strecke gelaufen entlang der Bredelaer Bergbauspuren, um bei Giershagen wieder den E1 zu erreichen. Wie sich nachher herausstellte, war das am ersten Tag dann der schönere Teil der Etappe. Bei den verschiedenen Wegbeschreibungen war eine Furt über die Diemel eingezeichnet. Die war allerdings an diesem Tag wegen Hochwassers nicht passierbar, so dass wir einen kleinen Umweg zur nächsten Diemel-Brücke laufen mussten. Den Umweg haben wir dann aber auf sehr schönen Wegen kompensieren können und haben dadurch Giershagen umlaufen.
Das war vielleicht auch gut so, denn ab Giershagen war die Wegeführung bis Adorf nicht mehr so schön (teilweise über die Kreisstraße K63). Unterwegs konnte man idyllische Flecken sehen, aber ein paar Meter weiter wurde man vom Rauschen der Windräder erfasst.

Idylle im Sauerland

Windrad im Sauerland

Zwischen Adorf und Giershagen ist einrivhtiger Winräder-Park entstanden, der die Silouette (nicht unbedingt positiv) prägt.

In Adorf haben wir dann im Gasthof "Zur Linde" übernachtet. Um 16:00 Uhr erreichten wir diese Gaststätte, mussten uns aber noch bis 16:30 Uhr im Biergarten an der Straße gedulden bis geöffnet wurde. Das dann gereichte (Westheimer) Weizenbier schmeckte dann um so besser. Das erste nahmen wir auf der Terrasse. Beim anschließenden Nickerchen im Hotelzimmer hat sich der Wanderkönig dann verschlafen und ist erst um 19:00 Uhr wieder wach geworden.

Der Wirt war sehr nett (hat sogar für uns einen Waldecker Tropfen Kräuterlikör ausgegeben), das Bier schmeckte, aber das Essen war nichts Besonderes. Die Zimmer waren für den Preis von 39 € p.P ÜF ok. Zum Frühstück gabe es aber nur (wie wir in letzter Zeit mehrhfach erleben mussten) nur das Nötigste. Warum für uns zwei Übernachtunmgsgäste ein Frühstücksbuffet aufgebaut wurde, was genauso gut auf unseren Tisch gepasst hätte, haben wir nicht verstanden. Es war genau abgezählt für zwei Personen, wobei wir zwei uns drei Scheiben Salami und drei Scheiben Käse teilen mussten.

Der Wanderkönig hat neue Schuhe wobei die Ferse des rechten Fußes frühzeitig getapt werden musste (nach alter Väter Sitte mit Leukoplast).

2. Teilstück: Adorf - Schwalefeld (22 km)

Zum nächsten Etappenziel in Schwalefeld hat der Wirt unser Gepäck vorweggebracht (hat nur 5 € gekostet). Der Weg führte uns richtig ins Sauerland. In Schweinsbühl hatten wir Gelegenheit der Einkehr im Gasthaus Döbelt. Es gab leckeres Weizenbier und eine Gulaschsuppe mit viel Fleischeinlage, genau das Richtige zum Mittag.
Den Weg hatten wir uns anders vorgestellt. Es ging viel über asphaltierte Wege. Die letzten 4 km wollte uns die Wegeführung offenbar versöhnen, denn da ging es auf sehr schönen Waldwegen über Rattlar bis Schwalefeld. Wir kamen dann von oben steil herab ins Dorf.

Unser Ziel war der Upländer Hof, ein riesiges Hotel (60 € p.P ÜF im DZ), voll belegt mit Party-Touristen des nahe gelegenen Willingen.
Wir haben erst einmal geschlafen, Sportschau geguckt (Werder hat 1:2 in Wolfsburg verloren) und dann im Hotel zu Abend gegessen: stolze Preise, überschaubare Portionen, nicht so der Brüller.
Das Frühstück am anderen Morgen war um eine Klasse besser als am Tag zuvor.

3. Teilstück: Schwalefeld - Willingen (4 km)

Es ging noch 4 km bis Willingen. Diese Strecke wollten wir eigentlich am Vortag noch laufen, aber es war in ganz Willingen keine Unterkunft mehr zu finden. Es war nochmal ein schöner Weg bis zum Bahnhof in Willingen. Wir hatten noch etwas Zeit bis zur Abfahrt des Zuges um 11:07 Uhr, weshalb wir noch ein Bier auf der Dorf-Alm getrunken haben, in warmer Sonne umringt von froh gelaunten Partygängern.

Am Bahnhof Willingen erlebten wir dann ein reines Chaos. Der ganze Bahnsteig war voll mit verkarterten Leuten, die nach Hause wollten. Erst jetzt wurde uns das Ausmaß der in Willingen ablaufenden Vergnügungen zu dieser Jahreszeit bewusst. Alle wollen am Sonntag Mittag wieder nach Hause, es passten gar nicht alle in den Zug, weshalb einige Passagiere aussteigen mussten und der Zug erst mit 15 min. Verspätung abfahren konnte. Warum die Bundesbahn (die diese Besonderheit ja kennen muss) hier keine größeren Züge einsetzt, ist uns schleierhaft. Gott sei Dank hatte sich der Wanderkönig auf dem Bahnsteig günstig positioniert, so dass der Waggon mit seinen Eingangstüren direkt vor ihm zum Stehen kam und er als einer der ersten Fahrgäste den Zug betreten konnte. Die Verspätung traf uns nicht sehr, da wir in Brilon-Wald (nach einer Station) 20 min. Aufenthalt hatten. Die meisten Fahrgäste fuhren Richtung Dortmund weiter, so dass unsere Fahrt Richtung Hannover sehr viel entspannter verlief.

Chaos auf dem Bahnsteig in Willingen

Fazit: Nach Willingen müssen wir nicht mehr hin, das macht keinen Spaß. Der Sauerland-Stern lässt grüßen.

Login