Wer sind wir?

Chorart:
Wir sind ein gemischter 4-stimmiger Chor. Aktive SängerInnen: ca. 50. Am 31.5.2012 ist unser Verein in das Vereinsregister beim Amtsgericht Bremen unter VR 7591 HB als e.V. eingetragen worden.

Wir sind Mitglied im Deutschen Chorverband und im Chorverband Niedersachsen/Bremen.

Wir freuen uns über jeden sangesfreudigen Menschen, der mit uns singen möchte. Er ist jederzeit bei uns herzlich willkommen.

Kontakt: Sigrid Sieghold Tel: 0421 679528

Aktuelles:


W.A.Torkel leitet ab heute, 19.4.2016, wieder unserer Proben!




Unser Vorstand

Funktion   Name    Telefon   email  
1. Vorsitzende  Sigrid Sieghold  0421 679528  sigrid.sieghold (at) ewetel.net 
2. Vorsitzende   Erika Venohr 0421 651924 ee.venohr(at)t-online.de 
1. Kassenwart  Erwin Menze  0421 602138  erwin(at)menze-bremen.de 
1. Schriftführerin  Renate Radtke  0421 663827  renateradke(at)googlemail.com 
1. Notenwart  Rolf Peschau 0421 666504 karl-rolf.peschau(at)swbmail.de

Bild des Chores im neuen Probenraum

Unsere Geschichte:

Die Gründer der Chorgemeinschaft Aumund-Vegesack von 1881 sind der Männerchor Aumund-Vegesack von 1881 und der Aumunder Frauenchor, der auf Initiative des Männerchores im Jahre 1957 ins Leben gerufen wurde. Jeder Chor pflegte sein eigenes Vereinsleben und hatte seinen eigenen Übungsabend. Bis auf kurze Zwischenzeiten hatten beide Chöre den gleichen Dirigenten. Somit wurden alle Konzerte und anderweitige musikalische Auftritte gemeinsam veranstaltet mit der Möglichkeit, Männerchor, Frauenchor und gemischtes Chorsingen zu bieten.

Ab 1976 übernahm Klaus Nelhiebel die musikalische Leitung beider Chöre, hatte aber wegen beruflicher Überlastung keine Zeit mehr für zwei Übungsabende je Woche, so dass er den Vorschlag machte, dass sich beide Chöre zu einem gemischten Chor zusammen schliessen sollten. Da allen Mitgliedern das Singen mit Klaus Nelhiebel viel Freude bereitet, schlossen sich beide Chöre 1978 zur



Ausführliche Chronik zum 100. Jubiläum


geschrieben von unserem inzwischen gestorbenen ehemaligen Mitglied Hermann Habitz

Die Chorgemeinschaft ist hervorgegangen aus dem Männergesangverein

EUTERPE

Vegesack, welcher am 9. Februar 1881 von sieben Männern gegründet wurde. Euterpe bedeutet laut Duden: Griechische Muse der lyrischen Poesie und des lyrischen Gesanges. Geübt wurde samstags von 9 bis 11 Uhr. Die erste Fahne wurde im dritten Jahr angeschafft.

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Anstelle einer Weihe sprach der 1. Vorsitzende einige Worte. Mit einem Faß Bier wurde die Fahne dann gegrüßt: das war alles.

Schon damals wurden alle Festlichkeiten wie heute feierlich begangen. Dazu gehörten Geburtstage, Hochzeiten usw. Sehr beliebt war am ersten Pfingsttag der Morgenausflug. Um 5 Uhr ging es mit Kind und Kegel los. Es wurde ein Faß Bier angezapft. Zum Frühstück gehörte ein geräucherter Schinken, der von zwei Sängern in einem weißen Sack an einem Stock getragen wurde. Die meisten Personen gingen mittags nach Hause, aber für manche war der Heimweg später. Ab 1894 galt der neue Name "EUTERPE FÄHR". Beim 25. Jubiläum wurde ein von J. von Harten verfasster plattdeutscher Prolog gesprochen. Zu allen Zeiten gab es, nicht wie heute, Wechsel des Dirigenten und des Vorsitzenden. Als 1914 der 1. Weltkrieg ausbrach, wurden viele Sänger und der Dirigent eingezogen. Ab 1918 regten sich wieder die Chöre, und die noch lebenden Sänger von EUTERPE und Fährer Männergesangverein schlossen sich zusammen. Am 17.11.1920 wurde ein Stuhlrücken-Konzert gegeben. Im Oktober 1923, zur Inflation, betrug der Monatsbeitrag 6 Millionen RM, der Eintritt ins Konzert 40 Milliarden RM! Im Herbst 1925 war Lokalwechsel. Da der Wirt die Stühle nicht bezahlen konnte, kaufte sie der Verein; Verrechnung erfolgte über die Miete. Beim ersten Konzert in der Strandlust 1926 war der Saal gefüllt, für das zweite wurden 933 Programme verkauft. Die Mitgliederzahl stieg auf 85.

Im Januar 1933 übernahm die NSDAP die Regierungsgewalt. Widerwillig mußte bei Parteiveranstaltungen gesungen werden. Die Mitgliederzahl sank. Bei einer Jubiläumsfeier übernahm der Kreisführer J. Wessei die Ehrung. Der Vereinsführer trat zurück. Wessei ordnete an, dass A. Koch den Posten übernehmen müsste. Es gab lange Diskussionen, und am 11.4.1939 erschienen u. a. Untergruppenführer Borowsky, J. Wessei von der Partei und Ortsgruppenleiter Blume in Uniform. Die beiden setzten durch, dass es so bleiben musste und sagten über die Diskussion: wir haben doch keine Kommunistenversammlung!

Im September 1939 brach der 2. Weltkrieg aus, und wieder wurden viele Sänger Soldat. Trotzdem traf man sich einmal im Monat wegen Fliegerarlarm um 19 Uhr. Am 4. April 1944 brachte man das letzte Ständchen im 2. Weltkrieg wegen der vielen Fliegerarlarme und des oft stundenlangen Sitzens im Bunker.

Ab Kriegsende im Mai 1945 waren zunächst alle Versammlungen verboten. Ab 1946 konnten unbelastete Vereine ihre Tätigkeiten wieder aufnehmen. Die erste Versammlung am 14.3.1946 war mit Vorstandswahl. Der neue Name des Vereins wurde nun:

Männergesangverein Aumund-Fähr von 1881

Ab 7. Mai fanden wieder Übungsabende statt, aber bereits im Herbst wurde das Lokal gekündigt, weil der Wirt wegen Kohlenmangels nicht heizen konnte! Nun wurde in der Aula der Volksschule gesungen, natürlich gegen Bezahlung! Um Kosten zu sparen, wurde mit der Sängervereinigung Lesummünde unter einem Chorleiter gesungen. Nach zwei Jahren trennte man sich wieder.

Die Vereinsfahne trug den Spruch: "In Freud und Leid, zum Lied bereit!" Bei der Generalversammlung am 5.1.1950 betrug der Kassenbestand DM 181,30. Rentner bezahlten DM 0,25 Beitrag. Die Mietkosten wurden zu teuer. Karl Neelmeier stellte in der Strandlust das Trocadero kostenlos zur Verfügung.

In Neuenkirchen fand am 2.7.1950 das erste Bundessängerfest statt und ist wahrscheinlich Vorgänger unserer Europäischen Chortage . Es wurden bereits Tonbandaufnahmen gemacht.

Am 2.2.1951 wurde Fritz Borowsky 2. Vorsitzender, Heinrich Fricke 2. Kassierer. Der Vegesacker Junge wurde als Spardose aufgestellt. Vorsitzender des Sängerbundes Lesum wurde Willi Risse, der sich in den nächsten Jahren um das Singen und Vereinsleben verdient gemacht hat. Die letzten Jahre seines Lebens hat er in unserem Chor gesungen.

Bei der Ehrung der Vegesacker Ruderer, die bei Olympia in Helsinki mit der Silbermedaille ausgezeichnet wurden, sang unser Chor zur Begrüßung. Am 16.7.1953 wurde Fritz Borowsky 1. Vorsitzender, und es wurde ein Sparschrank angeschafft.

Da in den Kladden verschiedene Seiten fehlen, kommt es zu Überschneidungsberichten. Am 2.10.1957 wurde von 19 Sängerinnen der Frauenchor gegründet: 1. Vorsitzende Grete Ripke, 2. Vorsitzende Inge Laging, Schriftführerin Marga Engelbrecht, welche 42 Jahre im Vorstand blieb. Vorsitzender der Männer war Herbert Engelbrecht. Männer- und Frauenchor hatten einen Chorleiter, der aus Zeitmangel bald darum bat, beide Chöre gemeinsam üben zu lassen. Dies geschah dann auch unter dem Namen, den alle kennen:

Chorgemeinschaft Aumund-Vegesack von 1881


Der Abgang von Willi Risse als hervorragender Organisator und Begründer der Europäischen Chortage, die seit 1978 im Abstand von drei Jahren stattfinden, wurde allgemein bedauert. Im April 1968 kam es zum Zusammenschluss von Eintracht Vegesack und Männergesanverein Aumund-Fähr. Hierzu sei gesagt, dass bereits 1968 festgestellt wurde, dass das Durchschnittsalter der Sänger 59,6 Jahre betrug. Jetzt, im Jahr 2001, stellte ich fest, dass das Mittel der 55 Sängerinnen bei 67,9 und bei den 20 Sängern bei 72,9 liegt. Seit August 1976 betreut uns der von allen sehr beliebte Chorleiter Klaus Nelhiebel. Am 19. 8. 1969 hatten wir in Berlin gesungen, den Chor von dort haben wir hier am 20. 5. 1972 zu Gast gehabt. Für die Sänger wurden rote Krawatten angeschafft.

Zu Beginn des Jahres 1981 wurden Anneliese und ich vorgeschlagen, nach Berlin zu fliegen, wo die Verleihung der Zelterplakette durch den Bundespräsidenten Karl Carstens symbolisch an einen prominenten Chor stattfinden sollte.

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Leider konnte der Bundespräsident infolge Krankheit nicht erscheinen und wurde von Dr. Sauberzweig vertreten. Ich bin dann einfach über die Balustrade auf die Bühne geklettert und zu ihm gesagt: "Mein lieber Freund, wir kommen aus Bremen, um wenigstens ein Autogramm zu erhalten. Würden Sie das bitte anstelle des Bundespräsidenten machen?" Er tat es natürlich auch

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Ich bat außerdem noch um die Hersendung eines Bildes.

An den Bundespräsidenten schrieb ich dann.

Am 6.1.1981 sangen wir im Bürgerhaus. Es wurden Fotos gemacht für die offizielle 100-Jahrfeier, welche dann am 25.9.1981 auch im Bürgerhaus stattfand.

Zum Schluss noch eines: In Deutschland gibt es zur Zeit 544.701 Vereine, davon 95.044 Gesangvereine. Wir können mit Stolz sagen, dass wir mittlerweise drei Chormitglieder haben, die im Besitz der Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland sind.


Erstellt durch E.Menze, Bremen

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